Hilfe bei Kreditkündigung - Informieren Sie sich jetzt

Jede Kreditkündigung durch die Bank stellt für Unternehmer als Kreditnehmer eine ernste Herausforderung dar. Zwar hat sich die Eigenkapitalausstattung mittelständischer Unternehmen in den letzten Jahren tendenziell verbessert, aber noch immer besteht das Gros der Finanzierungsmittel aus Fremdkapital - im Schnitt sind es über 80 Prozent. Wenn ein Kredit von der Bank fällig gestellt wird, bedeutet das daher fast immer eine gravierende Liquiditätsbelastung, im schlimmsten Fall sogar eine existenzielle Gefährdung für das Unternehmen, wenn nicht schnell eine Ersatzlösung gefunden wird.

Wann darf ein Kreditinstitut einen Kredit kündigen?

Das Recht zur Kreditkündigung ergibt sich in der Regel aus dem Kreditvertrag selbst und/oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Mit der Unterschrift unter den Vertrag akzeptiert der Kreditnehmer die entsprechenden Bestimmungen quasi automatisch. Er hat dabei auch keine große Wahl, denn es gibt hier praktisch keine Ausnahmen. Kaum eine Bank verzichtet auf solche Klauseln. Sie dienen letztlich der Begrenzung ihres Kreditrisikos. Die Zustimmung zu den Kündigungsregelungen ist daher eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt eine Kreditlinie oder ein Investitionsdarlehen zu erhalten.

Reguläre Kündigungen sind üblicherweise an bestimmte Kündigungsfristen gebunden und stehen oft mit auslaufenden Zinsbindungen oder veränderten Zinssituationen in Zusammenhang. Wenn die Bank in diesen Fällen kündigt, geht es üblicherweise weniger darum, die Kreditbeziehung zu beenden als die bestehende Finanzierung den Marktverhältnissen entsprechend anzupassen. Durch die Kündigungsfristen - je nach Konstellation zwischen einem und sechs Monaten - ist auch für den Kreditnehmer ein gewisser zeitlicher Spielraum gegeben, um während dieser Frist nach Alternativen zu suchen.

Anders sieht es im Fall der "fristlosen" Kreditkündigung "aus wichtigem Grund" aus. Dieser juristische Terminus technicus findet sich in fast allen Kreditverträgen oder AGB. Er kommt zum Tragen, wenn die Bank um die ordnungsgemäße Bedienung des Kredites fürchten muss, es bereits zu Leistungsstörungen gekommen ist oder generell das Vertrauen in die Geschäftsbeziehung gestört ist. Konkret geht es dabei um folgende Konstellationen, die üblicherweise dezidiert im Vertrag oder den AGB aufgeführt werden. Danach ist die fristlose Kreditkündigung möglich:

  • bei unrichtigen Angaben oder einer deutlichen Verschlechterung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse;
  • bei einer wesentlichen Verschlechterung der Werthaltigkeit von Sicherheiten;
  • wenn der Kreditnehmer mit Zahlungen in Verzug gerät bzw. sich mit mehr als zwei Raten im Rückstand befindet;
  • bei Nichtstellung weiterer Sicherheiten, obwohl das zuvor vertraglich vereinbart worden ist;
  • bei angekündigter oder tatsächlicher Zahlungseinstellung;
  • wenn Zwangsmaßnahmen gegen das Unternehmen oder den Unternehmer in die Wege geleitet worden sind.

Fristlose Kreditkündigung bedeutet nicht unbedingt plötzliche Kreditkündigung. In der Regel haben solche Aktionen der Bank eine gewisse Vorgeschichte, in der es bereits entsprechende "Warnzeichen" gab. Es ist sehr ratsam, solche Signale nicht zu ignorieren. Die fristlose Beendigung des Kreditverhältnisses ist aus Sicht der Bank oft eine "Notbremse", um noch Schlimmeres - den Totalverust der ausgereichten Mittel - zu verhindern.

Nichtsdestotrotz legen es Banken bisher überwiegend nicht darauf an, die vorhandenen Sicherheiten zwangsweise zu verwerten. Denn das kostet Geld und ist meist arbeits- und zeitaufwändig. Diese Hürde bedeutet für Kreditnehmer eine Chance, auch in einer schwierigen Situation doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung mit der Bank zu kommen.

Wenn Ihre Bank den Kredit kündigt - das können Sie tun!

Eine Kreditkündigung ist kein eher seltenes Ereignis. Sollte Ihre Bank trotz aller Anstrengungen und Bemühungen die "Reißleine" ziehen, verfallen Sie nicht in Panik oder voreiligen Aktionismus. Ruhe bewahren und eine gesunde Distanz zu emotionalen Reaktionen ist hier oberstes Gebot. Schüren Sie das Feuer nicht noch, sondern sorgen Sie für Deeskalation - auch wenn das nicht leicht fallen mag. Dazu gehört zum Beispiel erst einmal der Verzicht auf juristische Auseinandersetzungen. Die Androhung rechtlicher Schritte wirkt in der Regel kontraproduktiv bei Konfliktlösungen. Später ist ggf. immer noch Zeit dafür.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank den Kreditkündigung rückgängig macht, nicht unbedingt groß ist, haben Sie immer noch einige Handlungsoptionen:

  • mit der Kündigung ist meist auch ein anderer Ansprechpartner für die Kreditbearbeitung zuständig. Er sieht den Sachverhalt oft unvoreingenommener und ist daher nicht selten zugänglicher für einvernehmliche Lösungen;
  • in vielen Fällen lassen sich zumindest entgegenkommende Modalitäten für die Kreditabwicklung und die ausstehenden Zahlungen vereinbaren;
  • wenn dies überzeugend dargelegt und begründet werden kann, sind sogar noch Rückzahlungstermine aushandelbar, die über die mitgeteilte "letzte Rückzahlungsfrist" hinausreichen.
  • die Implementierung höchst wirksamer insolvenzkonformer und anfechtungsresistenter Bausteine zur Vermögenssicherung.

Wir helfen Ihnen bei drohenden Kreditkündigungen - und selbstverständlich auch dann, wenn der "Fall des Falles" eingetreten ist. Wenn Sie uns frühzeitig beauftragen, können wir in vielen Fällen eine Kündigung vermeiden, selbst wenn sich Ihr Unternehmen bereits in Zahlungsschwierigkeiten oder akuten Liquiditätsengpässen befindet. Als "neutraler Mittler" gelingt uns eine einvernehmliche Lösung oft einfacher. Und wenn sich eine rechtliche Auseinandersetzung tatsächlich nicht vermeiden lässt, verfügen wir über Verbindungen zu kompetenten Wirtschafts-Anwälten, um Ihre Interessen wirksam juristisch zu vertreten.